Bupropion ratiopharm®


1. Allgemeine Informationen - Körperregion

Depressive Erkrankungen:

  • Zählen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt, Menschen aller sozialen Schichten, Kulturen, Nationalitäten
  • Weltweit führende Ursache für Erwerbsunfähigkeit
  • Ursache - Konzept der multifaktoriellen Ätiologie
    (ausschließlich biologische, psychologische oder soziale Erklärungsansätze sind obsolet)
  • Häufig gemeinsam mit anderen somatischen Krankheiten
  • Jahresprävalenz für Major Depression 3-6% (WHO), Lebenszeitprävalenz Frauen 23%, Männer 11%
  • Höchste Prävalenzraten altersmäßig
    Männer 18 - 44 Jahre, Frauen 35 - 45 Jahre
  • 70% sprechen gut auf Antidepressiva an, 30% ungenügendes Ansprechen auf zumindest 2 antidepressiv medikamentöse Verfahren (behandlungsresistent)
Behandlung depressiver Störungen ist eine zentrale Herausforderung für Fach- und Hausärzte.

 
Verlaufsstadien einer Depression:


Quelle: nach Bauer et al., WFSBP - Guidelines 2007

Indikationen für eine Langzeittherapie der unipolaren Depression:

  • drei oder mehr Episoden (Lifetime)
  • zwei Episoden (innerhalb von fünf Jahren)
  • schlechte Behandelbarkeit in der Erkältungstherapie (residuale Symptome)
  • depressiver Rückfall nach dem Absetzen der antidepressiven Medikation
  • Schwere der Indexpisodie (inklusive psychotische Symptome und Suizidalität)
  • Komorbidität mit Dysthymie, Angsterkrankungen, Substanzabhängigkeit
  • frühes Erkrankungsalter (unter 30 Jahre)
  • Spätes Erkrankungsalter (über 60 Jahre)
  • Positive Familienanamnese mit affektiven Erkrankungen bei erstgradig Verwandten

Quelle: nach Bauer et al., WFSBP - Guidelines 2015

Bei einem großen Anteil der PatientInnen ist eine Langzeittherapie über mehrere Jahre angezeigt.

Quelle: Depression, Medikamentöse Therapie, Konsensus-Statement – State of the Art 2019 ; ÖGPB; CliniCum neuropsy, Sonderausgabe, November 2019


2. Fachartikel, Leitlinien, Empfehlungen


3. Produktinformation

  • Selektiver Wiederaufnahmehemmer für Noradrenalin und Dopamin in die Neuronen (NDRI)
  • Kaum Wirkung auf Wiederaufnahme von Serotonin, keine Hemmung der Monoaminooxidase (MAO)

Der genaue Wirkmechanismus von Bupropion als Antidepressivum ist nicht bekannt.

7 Studien zur Wirksamkeit von Bupropion XR (3 aus der EU (Dosierung betrug bis zu 300 mg/d ), 4 aus den USA (Dosierung betrug bis zu 450 mg/d)) Dazu kommen 9 weitere Studien mit 2x täglich Formen.

Andere Anwendungsgebiete:

  • Mysimba 8mg/90mg Ret.tbl- Naltrexon HCl + 90 mg Bupropion); zum Gewichtsmanagement bei Adipositas
  • Zyban 150 mg Retardtabletten: zur Tabakentwöhnung; in AT nicht zugelassen
Bupropion wirkt als NDRI

Wirkmechanismus, mode of action

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Orale Verabreichung von 300 mg Bupropion XR an gesunde Freiwillige:

  • Cmax nach ca. 5 h bzw. nach 7-8 h bei den Metaboliten
  • 4 aktive Metaboliten wurden identifiziert
  • mind. 87% einer Dosis Bupropion werden resorbiert
  • keine signifikante Beeinflussung durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme

Wirkmechanismus, mode of action image 1.png

Starke Metabolisierung

  • über CYP2B6 zu 4 aktiven Hauptmetaboliten
  • Bupropion und Hydroxybupropion hemmen CYP2D6
  • Ausscheidung hauptsächlich über Urin
  • Eliminationshalbwertzeit der Metaboliten 20 – 37 h

Wirkmechanismus, mode of action image 2.png

Steady state von Bupropion und seiner Metaboliten

  • Innerhalb von 8 Tagen
Mehrere aktive Metaboliten; CYP2B6 und CYP2D6 bzgl. Wechselwirkungen beachten.

Anwendungsgebiete von Bupropion rtp (und auch Wellbutrin XR)

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Zur Behandlung von Episoden einer Major Depression.
Typische, klassische Form der Depression mit einem schweren Verlauf. Früher Bez. „endogene Depression“. Liegt vor, wenn zu den 3 Hauptsymptomen mindestens noch 2 Nebensymptome hinzukommen, Dauer ≥ 2 Wochen.

 

Kernsymptome der depressiven Erkrankung nach ICD-10

Hauptsymptome andere häufige Symptome
1. gedrückte Stimmung 1. Konzentration ↓
2. Interesse- /Freudlosigkeit 2. Selbstwertgefühl ↓
3. Antriebsstörung/Müdigkeit 3. Schuldgefühle
4. Hemmung/Unruhe
5. Selbstschädigung
6. Suizid
7. Schlafstörung
8. Appetitminderung
zwei oder drei Hauptsymptome müssen vorhanden sein zwei bis vier andere Symptome müssen vorhanden sein
Dauer mindestens zwei Wochen

 
Quelle für Tabelle: Depression, Medikamentöse Therapie, Konsensus-Statement - State of the Art 2019 , ÖGPB; CliniCum neuropsy, Sonderausgabe, Nov. 2019

Dosierung (Erwachsene)

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Anfangsdosierung 150 mg 1x täglich
Dosissteigerung auf 300 mg 1x täglich (bei unzureichender Wirkung innerhalb der ersten 4 Wochen)

Bei Leber-/Niereninsuffizienz nicht über 150 mg/d dosieren. 24 Stunden Abstand zwischen Einnahme der Einzeldosen.

  • Erwarteter Wirkeintritt etwa 14 Tage nach Behandlungsbeginn
  • Die volle Wirkung von Antidepressiva ist oft erst nach einigen Wochen feststellbar
  • Mindestens 6 Monate Behandlungsdauer zur Erzielung von Symptomfreiheit
  • Für PatientInnen < 18 Jahren nicht empfohlen
Initial 150 mg/d, bei Bedarf nach 4 Wochen 300 mg/d; Therapiedauer ≥ 6 Monate

Art der Anwendung, Darreichungsform

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Bupropion ratiopharm ist als Ganzes einzunehmen.
Die Tabletten dürfen nicht zerteilt, zerrieben oder zerkaut werden → ansonsten erhöhtes UAW-Risiko (einschl. Krampfanfälle).

Spezielle Darreichungsform
„Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung“ (Abk. im WVZ: „VW TBL“)
2 galenische Funktionen, die in Form von 2 Tablettenüberzügen umgesetzt sind:

  • ein Überzug für die Magensaftresistenz
  • ein Überzug für den Retardeffekt

Wichtige Info für die PatientInnen
Die unlösliche Tablettenhülle kann während der Darmpassage intakt bleiben und mit den Faeces ausgeschieden werden.

Tabletten nicht zerkleinern, spezielle Galenik; Hülle kann ausgeschieden werden.
  • Überempfindlichkeit gegen Bupropion oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Gleichzeitige Anwendung eines anderen Bupropion-hältigen Arzneimittel (Krampfrisiko)
    • Zentral wirkendes Antiadipositum „Mysimba“ enthält Naltrexon und 90 mg Bupropion HCI (Kwizda)
    • Mysimba ist laut Marktzahlen praktisch bedeutungslos, nur ca. 100 Pck./Jahr
  • Neigung zu Krampfanfällen
  • Diagnostizierter ZNS-Tumor
  • Abrupter Alkoholentzug oder Entzug eines Arzneimittels mit Krampfrisiko
    • insbes. Benzodiazepine/-ähnliche Substanzen
  • Schwere Leberzirrhose
  • derzeitige oder frühere Diagnose einer Bulimie oder Anorexia nervosa
  • gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmer (Monoaminooxidasehemmer)
    • bei irreversiblen MAO-Hemmer ≥ 14 d Abstand nach Absetzen
    • bei reversiblen MAO-Hemmer reichen 24 h Abstand
Krampfneigung, ZNS-Tumor, Bulimie, Anorexia nervosa, schwere Leberzirrhose, Alkoholentzug.
  • Vorsicht bei prädisponierenden Faktoren hinsichtlich Herabsetzung der Krampfschwelle Bestimmte Arzneimittel: Antipsychotika, andere Antidepressiva, Antimalariamittel, Tramadol, Theophyllin, systemische Steroide, Chinolone, sedierende Antihistaminika, Stimulanzien oder Appetitzügler Alkoholmissbrauch, Schädel-Hirn-Trauma in Anamnese Diabetes, der mit zuckersenkenden Arzneimitteln oder Insulin behandelt wird
  • Bei Auftreten eines Krampfanfalls während der Therapie > Bupropion dauerhaft absetzen
  • Wechselwirkungen die Überdosierung begünstigen könnten > erhöhtes UAW-Risiko
  • Auf Suizidrisiko achten; engmaschige Überwachung, Behandlungskonzept evaluieren
  • Vor Therapiebeginn das Risiko einer bipolaren Erkrankung bewerten
  • Blutdruck insbes. bei Hypertonikern überwachen
  • Älteren Patienten könnten empfindlicher auf Bupropion ansprechen
  • bei eingeschränkter Leber-oder Nierenfunktion engmaschig auf Überdosierungs-bedingte UAWs achten (z.B. Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Krampfanfälle)
  • Beeinflussung der Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit möglich
Suizidrisiko beachten. Vorsicht bei Krampfrisiko, älteren Patienten, Leber-/Niereneinschränkung.

Schwangerschaft und Stillzeit

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Bupropion wird während einer Schwangerschaft nicht empfohlen, außer

  • der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Bupropion

  und

  • alternative Behandlungen sind nicht möglich

Bupropion und seine Metaboliten gehen in die Muttermilch über.

  • Abwägung der Vorteile des Stillens für das Kind

  und

  • des Vorteils einer Therapie mit Bupropion für die Mutter
Strenge Nutzen-Risiko-Abwägung in Schwangerschaft und Stillzeit.
Gleichzeitige Anwendung von Bupropion mit Mögliche Effekte
MAO A- und B-Hemmern ↑ UAW-Risiko (s. auch Gegenanzeigen), Verstärkung katecholaminerger Stoffwechselwege
Über CYP2D6 abgebaute Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite – z.B. Risperidon, Metoprolol, best. SSRIs, Typ 1c Antiarrhytmitka (Propafenon) Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung; Bupropion könnte die Spiegel dieser Wirkstoffe erhöhen (ggf. Dosisreduktion)
Über CYP2D6 aktivierte Substanzen (z.B. Tamoxifen) ↓ Tamoxifenspiegel (gleichzeitige Gabe nicht empfohlen)
Citalopram (Daten aus einer Studie) ↑ Cmax und AUC von Citalopram (um 30% bzw. 40%)
Digoxin ↓ Digoxinspiegel (Vorsicht auch bei Absetzen von Bupropion)
Clopidogrel, Valporat (hemmt CYP 2B6) ↑ Bupropion-Spiegel (Abbau wird gehemmt)
Carbamazepin, Efavirenz (induzieren CYP 2B6) ↓ Bupropion-Spiegel (ev. beschleunigter Abbau)

 

Wechselwirkungen: Tamoxifen nicht empfohlen; Vorsicht bei Clopidogrel, Carbamazepin, Valproat, Digoxin sowie CYP2D6-metabolisierten Stoffen u.a.; MAO-Hemmer s. Gegenanzeigen;

 

Produktinformation Wechselwirkungen

Sehr häufige UAWs: Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Mundtockenheit, gastroitestinale Störungen
Keine Hinweise auf sexuelle Funktionsstörungen (Vorteil zu SSRIs)

Anmerkung: Sehr seltene UAWs (< 1/10.000) und solche mit unbekannter Häufigkeit sind hier nicht angeführt. Weitere Angaben – s. Fachinformation


4. Zusammenfassung / Kernbotschaften

Zusammenfassung Bupropion allgemein:

Behandlung depressiver Störungen ist eine zentrale Herausforderung für Fach- und Hausärzte

  • Depression zählt zu häufigsten Erkrankungen; weltweit häufigste Ursache für Erwerbsunfähigkeit
  • In den letzten 20 Jahren sind die verkauften Antidepressiva in AT um das 2,5 fache angestiegen
  • Der Antidepressiva-Umsatz war in 2019 nur um 15% höher, als in 1999
  • Verordnungs-Ranking: Sertralin, Escitalopram, Trazodon, Duloxetin, Venlafaxin, Mirtazapin, Citalopram usw.

Bupropion ist ein NDRI (selektiver Noradrenalin und Dopamin Wiederaufnahmehemmer)

  • Indiziert zu Behandlung von Episoden einer Major Depression
  • Dosierung 150 mg/d, bei Bedarf nach 4 Wochen steigern auf 300 mg/d
  • Langzeittherapie, mindestens 6 Monate; häufig auch mehrjährige Therapie
  • Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung – magensaftresistente Retardtabletten (2 Tablettenüberzüge)
  • Wellbutrin XR 150 und 300 mg Tbl. machen 5,8 Mio € Umsatz pro Jahr, 265.000 Pck. (22.000 PatientInnen)

Generika im EKO: ratiopharm (150 und 300mg), +pharma und Genericon (150 mg), Neuraxpharm (150 und 300 mg)
Bupropion ratiopharm – mit 2 Dosierstärken gegen Depression

Burpropion ratiopharm® Kernbotschaften:

  • 150 und 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung
  • Indiziert bei Major Depression
  • NDRI (Noradrenalin und Dopamin Wiederaufnahmehemmer)
    • keine Hinweise auf sexuelle Funktionsstörungen (Unterschied zu SSRI)
    • Gewichtsneutral (… gelegentlich Gewichtsverlust)

Gleichwertig zu Wellbutrin XR – einfach Umstellen

  • Nachgewiesene Bioäquivalenz
  • Gleiches galenisches Prinzip (magensaftresistent und retardiert)
  • Nahezu gleiche Tablettenform/-farbe/-größe
  • Kostenvorteile: 150mg  5,00€     (27,6%)   /   300mg  7,80€     (26,9%)
  • Grüne Box

150 und 300 mg Tbl – ratiopharm hat beide Stärken – das hebt die Stimmung

Basis für Kostenvorteile: Kassenpreise Wellbutrin XR laut WVZ I 07/2022 vs. Kassenpreise Bupropion rtp, gültig für 07/2022; jeweils 30 Stück


5. Marketing Materialien

Unterstützende Materialien:

  • Besprechungsfolder
  • Stimmungstagebuch für Patienten
  • Notizblock, Post it
  • Produkt-Broschüre Neurologie/Psychatrie
  • Dosierkarte
  • Wissenschaftliche Zusammenfassung zum Wirkstoff (Leading Opinion)
Kontaktaufnahme zum Innendienst / Marketing um unterstützende Materialien zu erhalten.

 

Download der Marketingmaterialien:


6. Marktinformationen

Antidepressiva in Österreich

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Antidepressiva in Österreich - Umsatzentwicklung Gesamtmarkt seit 1999 (ATC N06, NG Bereich)


Quelle: Dataview (IQVIA) und Galaxy (Insight Health), niedergelassener Bereich; 1999 bis 2021

Antidepressiva in Österreich - Entwicklung seit 1999 nach verkauften Packungseinheiten (ATC N06, NG Bereich)

2,8 Mio Ock/Jahr   8,2 Mio Pck/jahr
Quelle: Dataview (IQVIA) und Galaxy (Insight Health), niedergelassener Bereich; 1999 bis 2021

Gründe für starken Anstieg der Verordnungen von 1999 bis heute

  • Imagewandel einer Tabu-Krankheit
    „Outing“ von Prominenten Mitte der 1990er Jahren, mediale Debatten, Selbsthilfegruppen, Anstieg der gesellschaftlichen Akzeptanz; Fakten: schwere und häufige Erkrankung, potentiell lebensbedrohend (Suizidrisiko)
  • Zunehmende Sensibilisierung der Hausärzte, häufiges Fortbildungsthema
  • Bessere Verträglichkeit der neueren Antidepressiva vs. den älteren TZA (trizyklische Antidepressiva)
  • Erleichterter Zugang zu modernen medikamentösen Therapien (vereinfachte Erstattung)
  • Finanzierbarkeit der stark steigenden Verordnungen durch kostengünstige Generika
  • Steigende Patientenzahlen: verbesserte Diagnostik, Anstieg der Lebenserwartung; gesellschaftliche Veränderungen (… Leistungsdruck, Druck durch soziale Medien, Pandemie)?

Einteilung der Antidepressiva

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Marktinformationen_EinteilungAntidepressiva_1.png

Quellen: Wikipedia (vereinfacht); Marktanteile laut Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus
  

Antidepressiva (N06A) - Top 10 nach Umsatz

Antidepressiva (N06A) - Top 10 nach Packungseinheiten

Antidepressiva (N06A) - Top 10 nach Umsatz Antidepressiva (N06A) - Top 10 nach Packungseinheiten

Quelle: Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus, MAT 05.2022

 
Auflistung Antidepressiva:

Marktinformationen_EinteilungAntidepressiva_2.png

Quelle: Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus (Sell out)          Anb. = Anzahl der Anbieter
 

Jährlich werden 8,3 Mio Pck Antidepressiva in AT verkauft. Top 10-Substanzen = 92% des Umsatzes

 
Von Teva-ratiopharm vertriebene Antidepressiva in Österreich:

Marktinformationen_EinteilungAntidepressiva_3.png

Quelle: Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus (Sell out), MAT 2022.05

Der Bupropion-Markt in Österreich

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Marktinformationen_BupropionMarktשsterreich

Quelle: Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus (Sell out), MAT 2022.05

  • Pro Jahr 311.300 Pck, entsprechend 26.000 PatientInnen; Gesamtumsatz 5,1 Mio € 
  • Generika sind seit Juni 2022 im EKO verfügbar.
  • Zwei Dosierstärken: 150mg Tbl  55% 14.400 Pat.   /   300mg Tbl   45% 11.600 Pat.
  • Genericon und +pharma haben keine 30 mg Formen, rtp bietet beide Stärken an.

 

Herausforderung generisches Bupropion

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Patentschutz von Bupropion ist längst abgelaufen, Präparat ist sehr schwer herstellbar;
feuchtigkeitsempfindliche Substanz mit ausgeklügelter Galenik

Die beiden Dosierstärken stammen aus 2 unterschiedlichen Quellen;
formal handelt es sich um 2 unterschiedliche Zulassungen.

  • Daher unterschiedliche Abpackung 150mg in Kunststoffdosen, 300mg in Blistern
  • FIs enthalten vereinzelt textliche Formulierungen, die darauf zurückgehen, z.B:
    „Bupropion rtp ist nur in der 300 mg Stärke erhältlich. Für eine Dosis von 150 mg verwenden Sie bitte ein anderes geeignetes Produkt auf dem Markt. Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 150 mg einmal täglich. […]“
ratiopharm hat als 1. Generikaanbieter beide Dosierstärken in den EKO gebracht.
Später kam Neuraxpharm dazu, die ebenfalls beide Stärken anbietet.

Gegenüberstellung Wellbutrin XR - Burpropion ratiopharm

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Wellbutrin XR und Bupropion rtp Tabletten im optischen Vergleich:

tablettenmassstab.png

Tablettenform/-größe/-farbe sind sehr ähnlich; Bedruckung ermöglicht Unterscheidung.

 
Gegenüberstellung Wellbutrin XR - Bupropion ratiopharm

Marktinformationen_GegenבberstellungWellbutrinBupropion.png

 
Preisvergleich Juli 2022:

Kassenpreise laut Warenverzeichnis I, gültig für Juli 2022; WELLBUTRIN XR 150 bzw. 300 mg RET TBL (GSK) vs. BUPROPIONRTP 150 bzw. 300 mg VW TBL, jeweils 30 Stück.

Wellbutrin XR verkaufte Pck/Jahr:

  • 150 mg Tbl: 146.200 Pck.
  • 300 mg Tbl: 130.600 Pck

Wellbutrin XR Umsatz/Jahr:

  • 4,8 Mio € (Basis KP für Juli 2022)

Theoretisches Einsparpotential:

  • 1,7 Mio € / Jahr bzw.
  • 146.000 € / Monat


Produktaufmachung:

Wellbutrin XR

Bupropion ratiopharm

produktbilder_wellbutrin.jpg produktbilder_bupropion.jpg

7. Andere rtp Produkte zur Erkrankung

Bupropion rtp 150 und 300 mg VW Tbl
→ Major Depression

Wellbutrin XR

Sertralin rtp 50 und 100 mg FT
→ Major Depression, Zwangsstörungen, Panikstörung (± Agoraphobie), posttraumatische Belastungsstörungen, soziale Angststörung.

Tresleen (Pfizer)

Escitalopram rtp 5, 10, 15 und 20 mg FT
→ Major Depression, Panikstörungen, Sozialphobie, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung

Cipralex (Lundbeck)

Citalopram rtp 10, 20 und 40 mg FT
→ Major Depression

Seropram (Lundbeck)

Paroxetin rtp 40 mg Tbl
→ Major Depression, Zwangsstörung, Panikstörung (± Agoraphobie), Sozialphobie, generalisierte Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung.

Seroxat (GSK)

Mirtabene 30 und 45 mg FT
→ Major Depression

 

Duloxetin rtp GmbH 30 und 60 mg MSR Hartkps
→ Major Depression, Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie, generalisierte Angststörung

Cymbalta (Eli Lilly)

 

SSRI-Antidepressivum

  • Referenzpräparat: Tresleen (Upjohn)
  • Der Wirkstoff Sertralin ist mit 18% der Packungseinheiten das meist verordnete Antidepressivum in Österreich

Sertralin rtp

  • Filmtabletten zu 50 und 100 mg (jeweils 30 Stück), der Erstanbieter hat keine 100mg Form
  • Teilbarkeit bei beiden Stärken

Anwendungsgebiete:

  • Major Depression (auch zur Rezidivprophylaxe)
  • Zwangsstörungen (auch bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen)
  • Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie*)
  • posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • soziale Angststörung

*Agoraphobie: Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenmengen, weiten Reisen ohne Begleitung sowie vor Situationen, in Panik zu geraten und keine Hilfe zu bekommen.

Sertralin 50mg Sertralin 100mg

Escitalopram ratiopharm

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  • Der Wirkstoff Escitalopram ist das zweit-meist- verordnete Antidepressivum in Österreich (17% der Packungen)
  • SSRI-Antidepressivum
  • Referenzpräparat: Cipralex (Lundbeck)

Escitalopram rtp

  • Filmtabletten zu 5, 10, 15 und 20 mg (jeweils 30 Stück)
  • Lactosefreie Galenik, Teilbarkeit bei 10, 15 und 20 mg Filmtabletten,
  • Zusätzliche 15 mg–Dosisstärke in der Grünen Box (wird nur von einigen Firmen angeboten)
Escitalopram 5mg Escitalopram 10mg
Escitalopram 15mg Escitalopram 20mg

 
Anwendungsgebiete:

  • Major Depression
  • Soziale Angststörung (Sozialphobie)
  • Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie*)
  • Generalisierte Angststörung
  • Zwangsstörung

Allgemeine Informationen:

  • Übliche Tagesdosis: 1x 10 mg/d, max. 20 mg/d
  • Einnahme bevorzugt morgens (SSRI wirken tendenziell antriebssteigernd)
  • Therapie einschleichend beginnen (1-2 Wochen)
  • Ausreichend lange therapieren (≥ 6 Monate), nicht abrupt absetzen

*Agoraphobie: Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenmengen, weiten Reisen ohne Begleitung sowie vor Situationen, in Panik zu geraten und keine Hilfe zu bekommen.

Escitalopram wird bei Depressions- Patienten mit Schlafproblemen oft kombiniert mit Trazodon (Trittico) oder Mirtazapin (Mirtabene)

Duloxetin ratiopharm GmbH

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  • SNRI (Selektiver Serotonin-Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer)
  • Referenzpräparat: Cymbalta (Eli Lilly)

Duloxetin rtp GmbH

  • MSR Hartkps zu 30 und 60 mg (jeweils 30 Stück)
  • Lactosefrei
  • Grüne Box mit Kassenzeichen „N/P“
    (N/P bedeutet Diagnose und Erstverordnung durch Facharzt für Neurologie/Psychiatrie)

Anwendungsgebiete:

  • Major Depression
  • Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie
  • generalisierte Angststörung
Duloxetin 30mg 30Stk Duloxetin 60mg 30Stk

Mirtabene – ein Klassiker von ratiopharm

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  • Mirtazapin ist ein NaSSA (anderer Wirkmechanismus als SSRI und SNRI)
  • Das ursprüngliche Erstpräparat Remeron ist seit langem nicht mehr im Handel
  • Als Monotherapie, insbes. bei Ein-/Durchschlafstörungen (verbessert Schlafqualität)
  • Gut kombinierbar mit SSRI oder SNRI
  • Keine Beeinträchtigung der Sexualfunktion (Vorteil vs. SSRI/SNRI)
  • Seltener gastrointestinale UAWs als SSRI/SNRI
  • Weitgehend günstiges Interaktionsprofil

Mirtabene:

  • 30 und 45 mg Filmtabletten
  • 30 mg Form mit Bruchkerbe
mirtabene 30mg Mirtabene 45mg

 

Unser Marktanteil: 44% nach Umsatz 42% nach Packungen (MAT 2022.05, Sell out)1

 
Anwendungsgebiete:

  • Depressive Erkrankungen (Episoden einer Major Depression)

Einnahme vorzugsweise am Abend unzerkaut mit Flüssigkeit (15-45 mg/Tag). Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion Dosis reduzieren

  • Therapie einschleichend beginnen, bei Therapieende ausschleichen
  • Mindestens 6 Monate anwenden
  • Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit, MAO-Hemmer-Gabe, unter 18 Jahren
  • Schwangerschaft/Stillzeit: Strenge Nutzen-Risiko Abwägung
  • UAWs: Appetit-/Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Sedierung, Kopfschmerz, trockener Mund

Mirtazapin-Mitbewerber (30 mg): Bluefish, Stada, GL (2x), Aristo, Easypharm, Krka, Hexal und Sandoz
Mirtazapin Actavis 15, 30 und 45 mg Schmelztabletten

Mirtabene ist bei diesem Wirkstoff seit 2004 Marktführer – mit großem Abstand. Das ursprüngliche Referenzpräparat Remeron ist seit langem nicht mehr im Handel.

1 Quelle: Galaxy, Insight Health, NG Bereich, SR-PH-AT-Plus (Sell out)


    8. Fachinformationen


    9. Wissen testen!


    Frage 1:

    Wie wird Bupropion ratiopharm richtig dosiert?


     
    Alle Informationen auf einen Blick?

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